Sonntag, 11. Juni 2017

"Yes, it´s perfectly normal that my Green Smoothie is brown!"

 09.06.17

Hallo Ihr Lieben!

Long time, no see...

Ich hatte viel Stress in letzter Zeit, weil ich einen neuen Job angenommen habe und deswegen am Tag 4 Stunden mit Fahren in öffentlichen Verkehrsmitteln verbringe. Eigentlich ist es kein neuer Job, sondern ein neues Lebenskonzept.

In letzter Zeit habe ich mich auch viel mit Ernährung beschäftigt - besonders mit veganen und rohköstlichen Lebensmitteln. Die, die dabei sind sehen es ja fast als Religion an und versuchen alle zu bekehren als seien sie in einer Sekte. Das hat mich oft sehr irritiert. Ich achte ja schon auch darauf, woher meine Lebensmittel kommen - gehe gerne auf dem Markt einkaufen (wenn es die Zeit zulässt), bevorzuge regionale und saisonale Produkte und verzichte auf das meiste Fast Food. Doch ich habe nie das Gefühl gehabt, darüber predigen zu müssen. Ich finde, jeder muss da seinen eigenen Weg finden und eigene Erfahrungen machen. Für mich ist wichtig, dass mein Leben authentisch ist - und das wünsche ich mir auch für meine Mitmenschen.

Mich hat nun interessiert, was an der veganen Lebensweise dran ist - wie würde sie mein Leben beeinflussen?
Darum haben wir so ca am 15. Mai angefangen die letzten Milchprodukte zu verbrauchen. Seit 1. Juni ernähre ich mich vegan.

Ich merke jetzt schon positive Veränderungen:

- ich schlafe besser und träume intensiver
- ich habe nicht mehr so oft hunger
- ich esse noch lieber gesunde Produkte
- ersetze oft was süßes durch Nüsse
- esse öfter (gerade auch unterwegs) einfach pur Kümmelbrot, was ich als Kind oft gemacht habe
- ich komme im "Restaurant" gut mit einem Salat (Essig und Öl Dressing) oder Falafel-Döner zurecht (bisher ohne Soße, weil keine vegane im Angebot).

Früher dachte ich oft, dass ich im Restaurant lieber keinen Salat nehme, weil er genau so teuer ist wie eine Hauptmahlzeit, aber weniger gut sättigt. Heute habe ich meist eine Tüte Nüsse dabei - und wenn mich später der Hunger packt, habe ich was parat.
Aufgefallen ist mir, wie selten ich diese "Notnüsse" brauche. Sogar als ich mal einen relativ kleinen Salat bekommen habe (hätte ich mir denken können - da stand zwar "Salat groß 3,50€" - aber was will man bei dem Preis erwarten?) hielt mein Sättigungsgefühl ganz normal bis zur nächsten Mahlzeit.

Doch was hat es mit dem braunen Smoothie auf sich?

Ich habe in letzter Zeit sehr häufig von grünen Smoothies gelesen. So Rezepte lesen sich oft folgendermaßen:

1 Salatkopf
2 Bananen
1 El Chlorella
1 El Lucuma
etwas Wasser

Was mich da immer abgeschreckt hat, ist das Obst. Ich mag Obst pur sehr gerne. Aber in herzhaften Gerichten nicht unbedingt. Nun kam ich auf die Idee, einfach einen herzhaften grünen Smoothie zu machen. Da mir die Idee gerade eben erst kam, konnte ich nicht einkaufen. Nach der Arbeit ist es dafür zu spät.

Doch zu Hause hatte ich:

1 Stück Gurke
1 Karotte
1 Hand voll Oliven
1 Stück Süßkartoffel
etwas frischen Ingwer
etwas Knoblauch
etwas Wasser
Salz, Pfeffer
(alles roh)
1 El Tomatensoße (gekocht)

Das habe ich püriert und heraus kam "tata" ein brauner Smoothie. Der irre lecker gewesen ist. Hätte man als Dip nehmen können oder als Soße. Aber ich hab ihn in ein Glas geschüttet und zu zwei Scheiben Kümmelbrot getrunken.
Für mich funktioniert das prima und ich hab vor, das auch mal mit nem richtig grünen Smoothie zu probieren - nur eben ohne Obst.

10.06.17

Ich habe den Post noch nicht abgeschickt, weil ich keinen funktionierenden Fotoapparat hier habe und ich postst ohne Foto immer schwierig finde.

Jedenfalls habe ich mich jetzt ein wenig eingelesen und es ist in "der Szene" wohl wirklich so, dass es fast nur grüne Smoothies mit Obst gibt. Manche machen wohl auch braune, rote oder Gemüsesmoothies - doch fast immer ist Obst im Spiel. Und wenn kein Obst, so doch Zimt oder Vanille. Und die, die das weglassen, sprechen von bitteren Smoothies.

Das hat mich sehr verwirrt. Ich trinke gerade zum Frühstück einen Smoothie aus:

1 Hand voll Wildkräuter, wie Spitzwegerich und Rauke
1 Teelöffel Gerstengraspulver
1/2 Zitrone, ausgepresst
1 Stückchen Zwiebel
1/2 Knoblauchzehe
etwas Wasser
Salz und Pfeffer

Und was soll ich sagen? Es schmeckt überirdisch gut, kein bisschen sauer, hat fast ne nussige Note. Gerstengras war mir für Obstsmoothies oft zu krass. Doch hier? Perfekt!!

Würde sich eignen als Salatsoße, Alkoholfreier Cocktail oder Suppe wenn man mehr Wildkräuter rein macht.

10.06.17 Abends:

Ich war heute einkaufen. Auf dem Markt und bei Alnatura hauptsächlich. Ist ja wirklich toll, was es jetzt schon alles aus Deutschland gibt. Salate, Mini-Zuchini, Strauchtomaten, Rote Beete, Karotten in orange und lila. Wirklich cool. Da habe ich mich erstmal eingedeckt.

Zuhause machte ich mir dann einen Smoothie aus:

2 Tomaten
2 Händen voll Salat
1 Hand voll Stiele von Roter Beete
1 Karotte
1 Zitrone
Salz und Pfeffer

Der hatte dann durch den Salat und die Rote Beete einen recht erdigen Geschmack. Ich hab mir ein Glas voll abgefüllt und den Rest mit etwas gekochter Tomatensauce gestreckt. Das gabs dann als Dip zu einer großen Schale Rohkost aus:

2 Händen Salat
1 Tomate, geachtelt
1 Hand voll Pilze, halbiert
1 Hand voll Zuchinisticks
1 Hand voll Gurkensticks
1 Hand voll Karottensticks
etwas Petersilie

Das sah voll schön aus, hätte ich gerne ein Foto von gemacht. Und es hat richtig toll geschmeckt, weil die frischen Sachen vom Markt einfach voller Aroma sind.

Dadurch, dass ich gerade alleine zu Hause bin, kann ich mal solche Experimente machen. Und aus meinem veganen Versuch ist jetzt kurzfristig fast schon was rohveganes geworden. Die Tomatensauce landet übrigens immer wieder in meinen Rezepten, weil da noch was von übrig war und ich die nicht wegwerfen möchte. Trotzdem hatte ich viel mehr Lust auf frisches Gemüse, als auf Nudeln. Bei dem schönen Wetter zur Zeit aber auch kein Wunder.

11.06.17

Und jetzt mache ich kurz ein paar Fotos, denn ich habe endlich das Kamerakabel wiedergefunden!

Mittagessen:

Grüner Smoothie aus:

2 Händen voll Salatrandblättern, die ich zum pur essen nicht so gut finde
2 Karotten
1 Hand voll Rote Beete Stiele
1 Stück Gurke
1 Zitrone, Saft und Schale
Salz und Pfeffer



Für den Dip kamen in den Rest davon noch zusätzlich:

1 Hand voll Wildkräuter
1 Stück Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1/2 Zitrone, Saft und Schale


Dazu gab es dann wieder einen schönen Rohkostteller:



Nun sind meine grünen Smoothies auch so grün wie sie sein sollten.

Wie steht es bei euch? Trinkt ihr Smoothies? Was sind eure Favoriten? Mögt ihr Smoothiebowls? Nehmt ihr sie auch als Dip?

Ich schaue mal beim Samstagsplausch, der Resteküche von Maria Widerstand, EinfachNachhaltigBesserLeben und Gustas Rezepteparty vorbei!

Eat your Greens!
Rike